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Projektmanagement-Zertifizierungen - die wichtigsten Zertifikate im Überblick

Wie machen Sie als Projektleiter deutlich, dass Sie dafür qualifiziert sind? Am besten mit einem allgemein anerkannten, international gültigen Projektmanagement-Zertifikat! Zertifizierungen im Projektmanagement sind ein Signal für Professionalität und Erfahrung - und fördern die Karriere.

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Inhalt:

Die Vorteile einer Projektmanagement-Zertifizierung

Projektmanagement-Zertifikate des Projekt Management Institute (PMI)

Projektmanagement-Zertifikate der International Projectmanagement Association (IPMA)

Projektmanagement-Zertifikate von Projects in Controlled Environments (PRINCE2)

Projektmanagement-Zerifikate im agilen Projektmanagement (Scrum Master /Product Owner)

Projektmanagement-Zertifikate der International Association of Project Managers (IAPM)

Projektmanagement Zertifikat der Computing Technology Industry Association (CompTIA) Project+

Projektmanagement-Zertifikat der Industrie- und Handelskammern (IHK)

Empfehlungen

Projektmanagement-Zertifizierungen: Zertifikate für Projektmanager - Die Qual der Wahl

Seit Jahren wächst der Bedarf an einem unabhängig bestätigten Nachweis über anerkanntes Know-how im Projektmanagement. Zunehmend werden auch in Ausschreibungen und Jobangeboten Zertifikate im Projektmanagement gefordert.

Drei Zertifizierungs-Systeme dominieren die internationale Projektlandschaft: PMI, IPMA und PRINCE2.

Welche Projektmanagement-Zertifizierung passt am besten?

Der Markt bietet eine fast unüberschaubare Vielfalt an Zertifikaten für Projektleiter. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Projektmanagement-Zertifikate.

Die dahinterstehenden Organisationen bieten dem Projektmanager zahlreiche Zertifikate an. So fällt es dem unentschlossenen Anwärter schwer, die richtige Auswahl zu treffen.

Der folgende Beitrag skizziert die etablierten Projektmanagement-Zertifizierungs-Systeme in Deutschland - kompakt und übersichtlich.

Wir helfen Ihnen, die Projektmanagement-Zertifizierung auszuwählen, die am besten zu Ihren Zielen passt.

Welche Ziele verfolgen Sie?

„Wenn wir die Ziele wollen, wollen wir auch die Mittel“, sagte Immanuel Kant (1724 - 1804), deutscher Philosoph. Somit wird deutlich: Es kommt darauf an, was Sie mit Ihrem Projektmanagement-Zertifikat erreichen und wieviel Zeit und Geld Sie in Ihre berufliche Weiterbildung investieren wollen.

Ein Projektmanagement-Zertifikat ist eben mehr als ein gerahmtes Stück Papier hängend an einer Wand.

Die Vorteile einer Projektmanagement-Zertifizierung

1. Fachwissen nachweisen

Mit erfolgreichem Prüfungsabschluss erhält der Prüfling Anerkennung. Der zurückgelegte Weg war steinig: In der Regel hat sich der Kandidat gut vorbereitet, in dem er Fachliteratur studierte, Mitschriften durcharbeitete, Fallstudien durchspielte und Testaufgaben löste.

Die Vorbereitungen auf die Prüfung stärkten seine Fachkompetenz. Und wenn er das gelernte Wissen zur Zufriedenheit der Prüfer wiedergab, honorierten diese seine Leistungen mit guten Bewertungen.

Der Absolvent darf anschließend den Titel als zertifizierter Projektmanager in sein E-Mail Signatur oder auf Visitenkarte führen. Das ist hilfreich für sein Selbstmarketing.

2. Position auf dem Arbeitsmarkt verbessern

Die Vorbereitung auf eine Projektmanagement-Zertifizierung ist teilweise sehr aufwändig und kostet Kraft, Zeit und Geld. Diese Leistungsbereitschaft signalisiert dem einstellenden Personalverantwortlichen: Der Kandidat ist bereit, in seine berufliche Zukunft zu investieren und er ist offen für Neues. Somit erhält er eine gute Ausgangsposition gegenüber seinen Mitbewerbern.

3. Einkommen steigern

Das Project Management Institute (PMI) führt in regelmäßigen Abständen eine Befragung über die Gehälter von Projektmanagern durch. Der 371-seitige Gehaltsreport (PDF) belegt: Mit einer Zertifizierung als Projekt Management Professional (PMP) verdient der Projektleiter mehr, als wenn er nicht zertifiziert sein würde.

Auch die Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) bestätigt einen Gehaltsvorteil in ihrer aktuellen Studie Gehalt und Karriere im Projektmanagement 2017 (PDF). Sie sieht Weiterbildung „als bedeutenden Faktor für die Gehaltsentwicklung“.

4. Persönliche Weiterentwicklung

Das Zertifikat ist für den Inhaber eine lohnende Investition. Besonders dann, wenn er das Gelernte nicht nur reflexartig in der Prüfung dahersagt, sondern sein Wissen auch in der Praxis anwendet.

Je mehr er sein Fachwissen ausbaut, desto schneller entwickelt er sich vom simplen Urkundenbesitzer zum echten Projekt-Profi.

5. Für das Unternehmen und den Arbeitgeber

Für den Initiator von Stellenausschreibungen ist die Zertifizierung ein seriöser Indikator, um Bewerber miteinander vergleichen zu können.

Wenn viele zertifizierte Projektmanager im Unternehmen arbeiten, signalisiert das potentiellen Kunden solide Fachkompetenz. Das sorgt für eine positive Außenwirkung.

PROJEKTMANAGEMENT - ZERTIFIKATE

1. Project Management Institute (PMI)

Project Management Professional - PMP

Das 1969 gegründete Project Management Institute (PMI) hat seinen Sitz in Philadelphia (USA) und ist weltweit der größte Fachverband für Projektmanagement. Das PMI bietet dem Suchenden acht Projektmanagement-Zertifiikate.

Die populärste ist der Project Management Professional (PMP). Weltweit gibt es über 740.000 Project Management Professionals (PMP)®  und über 14.000 in Deutschland.

Bestseller-Publikation und Grundlage für die PMP-Prüfung ist der Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK Guide Sixth Edition). Der Leitfaden beschreibt professionelles Projektmanagement unabhängig von der Branche und Größe des Unternehmens. Organisationen und Unternehmen rund um den Globus akzeptieren die Projektmanagement-Zertifizierungen vom PMI.

 

Prüfung und Kosten am Beispiel der PMP-Zertifizierung

  • Das Examen zum Project Management Professional (PMP) basiert auf den PMBOK Guide 6th Edition.
  • Der Prüfling muss 200 Fragen, davon werden 25 Fragen nicht bewertet, per Multiple-Choice-Verfahren und innerhalb von vier Stunden am Computer in einem Testcenter beantworten.
  • Das PMI fordert eine professionelle Vorbereitungszeit. Deshalb sind 35 Ausbildungsstunden nach Vorgaben des PMIs zu absolvieren. Informationen hierzu finden Sie in unserem Vorbereitungs-Training auf das PMP-Examen. Die Teilnahmegebühr beträgt 2.290,00 Euro zzgl. MeSt. für fünf Trainingstage.
  • Die Prüfungskosten für PMI Mitglieder betragen 405,00 US$, Nicht-Mitglieder zahlen 555,00 US$. Die Jahresgebühr für die PMI-Mitgliedschaft kostet 129,00 US$.
  • Das Zertifikat ist drei Jahre lang gültig, dann muss es erneuert werden. Innerhalb dieser Zeit sammelt der Zertifikatsinhaber 60 sogenannte Professional Development Units (PDU). Er dokumentiert damit, dass er sich in dieser Zeit weiteres theoretisches Rüstzeug aneignete und dass er sein Wissen in der Praxis umsetzte.
  • Die Gebühr für die Re-Zertifizierung beträgt für PMI-Mitglieder 60,00 US$, für Nicht-Mitglieder sind es 150,00 US$.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss: 4.500 Stunden Projektmanagement-Erfahrung im Führen und Steuern von Projekten plus 35 Ausbildungsstunden (Contact hours) nach Vorgaben PMI
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 7.500 Stunden Projektmanagement-Erfahrung im Führen und Steuern von Projekten plus 35 Ausbildungsstunden (Contact hours) nach Vorgaben PMI

PMI Agile Certified Practitioner - PMI-ACP

Der PMI-ACP orientiert sich an agilen Prinzipien. Das Zertifikat umfasst Prüfungsinhalte zu agilen Arbeitstechniken wie Scrum, Kanban, Lean oder extreme Programmierung (XP) und anderen.

Nach dem Project Management Professional (PMP) ist es die derzeit am schnellst wachsende Projektmanagement-Zertifizierung.

Voraussetzungen

  • 2.000 Stunden Erfahrung in der Projektarbeit und 1.500 Stunden Erfahrung im agilen Projekmanagement
  • Eine Zertifizierung als PMP oder PgMP wäre hilfreich, um die oben genannten Anforderungen zu erfüllen, ist jedoch nicht zwingend notwendig

Program Management Professional (PgMP)

Dieses Angebot adressiert speziell Projektmanager, die Programme leiten, um strategische Unternehmensziele zu erreichen.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss (oder vergleichbarer Abschluss): 6.000 Stunden Berufserfahrungen im Projektmanagement und 6.000 Stunden Berufserfahrungen im Programm-Management
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 6.000 Stunden Berufserfahrungen im Projektmanagement und 10.500 Stunden Berufserfahrungen im Programm-Management

Portfolio Management Professional - PfMP

Die Zertifizierung zum PfMP beweist, dass der Zertifikatsinhaber Portfolios verwalten und managen kann, um strategische Ziele zu erreichen. Alle Kandidaten müssen mindestens acht Jahre Berufserfahrungen vorweisen.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss (oder vergleichbarer Abschluss): 6.000 Stunden Berufserfahrung im Portfoliomanagement
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 10.500 Stunden Berufserfahrung im Portfoliomanagement

Certified Associate in Project Management - CAPM

Mit der Zertifizierung als CAPM vom PMI demonstrieren Sie Ihr Verständnis und grundsätzliche Kenntnisse von professionellem Projektmanagement.

Das Angebot richtet sich an Bewerber, die noch keine bzw. wenig Erfahrung im praktischen Projektmanagement (Einsteiger) besitzen.

Voraussetzungen

  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 1.500 Stunden Projektmanagementerfahrung oder: 23 Stunden Projektmanagement Training (CAPM-Vorbereitungstraining)

PMI Professional in Business Analysis - PMI-PBA

Ziel eines Business Analysten (PMI-PBA-Zertifikat) ist, Geschäftsanforderungen zu definieren, aus denen später Projekte generiert werden. Dazu ist es notwendig, mit den wesentlichen Personen zu sprechen, die in bestimmten Geschäftsvorfällen involviert sind.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss (oder vergleichbarer Abschluss): 4.500 Stunden Berufserfahrung in der Business Analyse und 35 Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 7.500 Stunden Berufserfahrung in der Business Analyse plus 35 Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI

PMI Risk Management Professional - PMI-RMP

Der PMI Risk Management Professional (PMI RMP-Zertifikat) ist in der Lage, Risiken über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes zu identifizieren, zu vermeiden oder zu beseitigen.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss (oder vergleichbarer Abschluss): 3.000 Stunden Erfahrung im Risikomanagement von Projekten plus 30 Stunden Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 4.500 Stunden Erfahrung im Risikomanagement von Projekten plus 40 Stunden Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI

PMI Scheduling Professional - PMI-SP

Die effektive Projektplanung sichert dem Projektmanager realistische Schätzungen sowie genaue Prognosen zu Kosten und Terminen. Im weiteren Projektablauf vermeidet er damit unerwartete Aufwände. Das Zertifikat zum PMI-SP.

Voraussetzungen

  • Mit Hochschulabschluss (oder vergleichbarer Abschluss): 3.500 Stunden Projekterfahrungen in der Termin- und Meilensteinplanung plus 30 Stunden Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI
  • Mit Abitur / Fachabitur / Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss): 5.000 Stunden Projekterfahrungen in der Termin- und Meilensteinplanung plus 40 Stunden Ausbildungsstunden nach Vorgaben PMI

Überblick PMI-Mitglieder und Zertifikatsinhaber

 

2. International Project Management Association (IPMA)

Die 1964 gegründete International Project Management Association (IPMA) ist eine internationale Vereinigung mit Sitz in Nijkerk in den Niederlanden. IPMA besteht nicht aus einzelnen Mitgliedern, sondern aus Mitgliedsorganisationen aus über sechzig Ländern.

Der deutsche Verband ist die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement - GPM

IPMA stellt weniger spezifische Standards für Projektmanagementprozesse zur Verfügung, jedoch bietet sie ein einheitliches Verständnis der erforderlichen Projektmanagement-Kompetenzen.

Diese sind in der Individual Competence Baseline (ICB) beschrieben. Die aktuelle Version 4.0 wurde auf dem IPMA Weltkongress am 30. September 2015 verabschiedet. Die Individual Competence Baseline, ICB 4, und das Fachbuch Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), bilden die Grundlage für die Qualifizierungs- und Zertifizierungsangebote der GPM.

Historische Entwicklung der ICB

 

Je höher das angestrebte Zertifizierungslevel (D bis A) des Kandidaten ist, desto komplexer ist das Assessment. Die GPM unterhält eine eigene, unabhängige Zertifizierungsstelle, PM-ZERT. Das Zertifikat verliert nach Ablauf von fünf Jahren seine Gültigkeit. Dann muss es erneuert werden.

Prüfungs- und Kostenstruktur am Beispiel der IPMA Level D-Zertifizierung

Der Zertifizierungsprozess für den „Projekt-Management-Fachmann/Fachfrau GPM, IPMA Level D“ besteht aus mehreren Komponenten:

  • Transfernachweis einreichen. Der Transfernachweis soll einen Umfang von 50 bis 60 Seiten besitzen und belegt, dass der Anwärter Fähigkeiten und Fertigkeiten im Projektmanagement besitzt und diese in der Praxis umsetzt kann. Der Transfernachweis wird von zwei Assessoren - unabhängig voneinander - nach einem vorgegebenen Schema bewertet.
  • Schriftlicher Test: zwei Stunden; anschließend mündliche Prüfung: 30 Minuten
  • Prüfungsgebühren Erstzertifizierung: 749 Euro
  • Re-Zertifizierung: 267,50 Euro

Die Zertifizierung kann von einem Trainingsanbieter begleitet werden. Invsestition ca. 4.000,00 Euro.

IPMA Level A - Zertifizierter Projektdirektor (GPM)

Als formale Voraussetzung für das Level A Zertifikat muss der Kandidat mindestens fünf Jahre Erfahrung im komplexen Portfolio- oder Programm- oder Multiprojektmanagement nachweisen.

Davon muss er drei Jahre in verantwortlicher Leitungsfunktion im Portfoliomanagement einer Organisation, Unternehmen oder Geschäftsbereich gearbeitet haben. Mit Stand vom 30. Juni 2017 besaßen in Deutschland 116 Projektdirektoren ein Zertifikat der Stufe A.

IPMA Level B - Zertifizierter Senior Projektmanager (GPM)

Der Level B Anwärter bestätigt mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Projektmanagement, davon drei Jahre in verantwortlichen Führungsfunktionen komplexer Projekte bevor er das Zertifikat beantragen darf. Mit Stand vom 30. Juni 2017 besaßen in Deutschland über 1.800 Senior Projektmanager ein Zertifikat der Stufe B.

IPMA Level C - Zertifizierter Projektmanager (GPM)

Der Kandidat verfügt über mindestens drei Jahre Projektmanagement-Erfahrung in verantwortlichen Führungsfunktionen mit begrenzter Komplexität. Mit Stand vom 30. Juni 2017 besaßen in Deutschland über 6.000 Projektmanager ein Zertifikat der Stufe C.

IPMA Level D - Zertifizierter Projektmanager (GPM)

Für dieses Level (Zertifikat: Projekt-Management-Fachmann/Fachfrau, GPM) sind Kenntnisse und Erfahrungen in den Projektmanagement-Kompetenzelementen hilfreich, allerdings bestehen keine formalen Anforderungen. Mit Stand vom 30. Juni 2017 besaßen in Deutschland über 37.800 Projektmitarbeiter ein Zertifikat der Stufe D.

3. PROjects IN Controlled Environments - PRINCE2

PRINCE2, 1989 als Regierungsstandard für Projektmanagement im Bereich der Informationstechnik entwickelt, ist ein prozessbasierter Projektmanagementansatz.

Er gilt als De-facto-Standard der britischen Regierung, hat sich jedoch weit über die IT und in anderen Branchen hinein entwickelt.

Video: Was ist PRINCE2?


Das Zertifizierungsprogramm wird von der AXELOS Ldt, ein Joint-Venture-Unternehmen im Auftrag der britischen Regierung, verwaltet.

Im Jahr 2017 erschien das erste große Update des PRINCE2-Standards seit 2009. AXELOS bietet dem Projektmanager drei Zertifizierungsmöglichkeiten:

  • PRINCE2 2017 Foundation
  • PRINCE2 2017 Practitioner
  • PRINCE2 2017 Agile Practitioner

Prüfungs- und Kostenstruktur am Beispiel: PRINCE2 Practitioner

  • Die PRINCE2-Prüfung ist eine offene Prüfung (open book). Das heißt, der Kandidat kann das offizielle PRINCE2-Manual verwenden. Doch Vorsicht: Er wird nicht genug Zeit haben, nach den richtigen Antworten zu blättern.
  • Die Prüfungsdauer beträgt 150 Minuten. In dieser Zeit muss er 68 Fragen, von denen 38 richtig beantwortet sein müssen.
  • Prüfungsgebühr: AXELOS ist keine Ausbildungsorganisation oder Prüfungsorganisation. Daher wird der Preis für Vorbereitungskurs und Prüfung von Ausbildungspartnern festgelegt. Die Kosten können naturgemäß variieren. Hier finden Sie unser Angebot für ein PRINCE2-Foundation-Training bzw. ein PRINCE2-Practitioner-Training.
  • Re-Zertifizierung: Das PRINCE2 2017 Practitioner Zertifikat läuft nach drei Jahren aus. Am Ende muss die Practitioner-Prüfung wiederholt werden. Alternativ kann das Zertifikat über die AXELOS-Mitgliedschaft weitergeführt werden.

PRINCE2 Foundation Zertifizierung

Mit dem PRINCE2 Foundation Level erhält der Prüfling Einblick in die PRINCE2-Methode. Die Zertifizierung soll ihm bestätigen, dass er die PRINCE2-Methode gut kennt und versteht, um effektiv in einem Projektmanagement-Team arbeiten zu können. Es bestehen keine formalen Voraussetzungen, Erfahrungen im Projektmanagement sind aber hilfreich. Die Foundation-Zertifizierung ist Voraussetzung für die Practitioner-Zertifizierung.

PRINCE2 Practitioner Zertifizierung

PRINCE2 Practitioner Zertifizierung ist für erfahrene Projektmanager vorgesehen. Sie bestätigt dem Kandidaten, dass er über ausreichendes praktisches Wissen und Verständnis verfügt, um die PRINCE2-Methode in verschiedenen Projekt-Umgebungen und Szenarien anzuwenden und anzupassen.

Voraussetzungen

Um die PRINCE2 2017 Practitioner-Prüfung ablegen zu können, bedarf es einen dieser Nachweise:

  • PRINCE2 Foundation
  • Project Management Professional (PMP)
  • Certified Associate in Project Management (CAPM)
  • IPMA Level D oder höher

PRINCE2 Agile Practitioner® Examination

Mit der einstufigen PRINCE2 Agile Zertifizierung zeigt der Kandidat, dass er PRINCE2 Agile Methode auf ein reales Projekt anwenden und anpassen kann.

4. Agiles Projektmanagement - Zertifizierung zum Scrum Master und Scrum Product Owner

Agile Arbeitstechniken und Methoden im Projektmanagement haben sich nahezu in allen Branchen und Unternehmen etabliert. Nicht nur in der IT bzw. Softwareentwicklung, wo die agilen Methoden Ihren Ursprung haben. Das belegt die GPM Studie „Status Quo Agile Studie zu Verbreitung und Nutzen agiler Methode (PDF)“ von Prof. Dr. Ayelt Komus und Moritz Kuberg.

Auch das PMI beschreibt in seinem Bericht Puls of Profession 2017 (PDF), dass „ganze 71 Prozent der Organisationen von agilen Ansätzen für ihre Projekte berichten“.

Eines der wichtigsten Frameworks für agile Projekte ist Scrum.

Aus diesen Gründen ist der professionelle Projektleiter gut beraten, sich Know-how in agilen Arbeitstechniken anzueignen.

Alle drei oben genannten, internationalen Zertifizierungssysteme für Projektmanager gehen auf diesen Bedarf ein. Jedoch kann es unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, sich zusätzlich bei den beiden bekanntesten Scrum-fokussierten Zertifizierungsstellen Scrum.org und Scrum Alliance, als Scrum Master oder Scrum Product Owner zertifizieren zu lassen.

Beide Zertifizierungsstellen bieten ein mehrschichtiges Zertifizierungsmodell - in dem, je höher man steigt - Komplexität und Aufwand zunehmen.

Kostenbeispiel - Prüfungsgebühren Scrum.org

  • Professional Scrum Master (PSM I): 150,00 Euro
  • Professional Srum Product Owner (PSPO I): 200,00 Euro

Training zur Vorbereitung sinnvoll
Grundsätzlich ist es möglich, das Examensziel per Selbststudium zu erreichen. Allerdings ist es sinnvoll, insbesondere für Personen, die keine oder wenig Erfahrung im agilen Arbeiten haben, einen Trainingsanbieter hinzuzuziehen. Einen 2-tägiges Vorbereitungstraining zum Professional Scrum Master PSM I bieten wir Ihnen für 1.250,00 Euro zzgl. MwSt. an.

Kostenbeispiel – Vorbereitungskosten und Prüfungsgebühren Scrum Alliance

  • Certified Scrum Master® (CSM): Abhängig von Kursanbieter ca. 1.500 Euro
  • Certified Scrum Product Owner® (CSPO): Abhängig von Kursanbieter ca. 1.500 Euro


5. International Association of Project Managers (IAPM)

Die International Association of Project Managers (IAPM) ist ein weltumspannender Verband mit Zertifizierungsstelle für Projektmanager.  Sitz der Organisation ist Liechtenstein.

Ziel ist es, den Projektleiter in der Projektarbeit optimal zu unterstützen.

Die IAPM hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wissen objektiv, neutral und auf dem aktuellem Stand der Forschung/Entwicklung abzufragen.

Die IAPM gibt dabei bewusst nicht den Weg des Wissenserwerbs vor. Für bestimmte Zertifikatstypen wird allerdings Projekterfahrung vorausgesetzt.

Die Zertifizierungen werden bei der IAPM online abgelegt. Sie Prüfungen sind zeitbegrenzt und erfolgen eidesstattlich versichert ohne Hilfsmittel. Durch Verzicht auf menschliche Prüfer ist sie neutral und objektiv. Die Prüfung kann - je nach angestrebter Zertifizierung - nur mit begrenzter Häufigkeit wiederholt werden.

Die IAPM gibt bei bestandener Prüfung ein schriftliches Zertifikat mit Zertifikatsnummer heraus, das den Wissensstand zum Zeitpunkt der Prüfungsablegung bestätigt. Mit Angabe von Name und Zertifizierungsgrad kann die Echtheit des Zertifikats - und der damit verbundene Wissensstand des Zertifikanten - online validiert werden.

Übersicht Projektmanagement-Zertifizierungen

  • Certified Junior Project Manager (IAPM)
  • Certified Project Manager (IAPM)
  • Certified Senior Project Manager (IAPM)
  • Certified Junior Agile Project Manager (IAPM)
  • Certified Agile Project Manager (IAPM)
  • Certified Senior Agile Project Manager (IAPM)

Der PM Guide 2.0
Der „PM Guide 2.0“ ist ein Leitfaden, der alle Themen aufführt, die als theoretische Grundlage bei der Durchführung eines Projekts notwendig sind. Vom Projektcheck bis zum Projektabschluss erhält der Projektmanager eine Übersicht darüber, was er im Projektalltag bewältigen muss. Der „PM Guide 2.0“ zeigt den Rahmen für das Prüfungswissen auf, auf dem das IAPM-Zertifizierungsprogramm basiert.

Der „PM Guide 2.0“ definiert alle Wissenselemente, die zum Bestehen der einzelnen Prüfungsgrade erforderlich sind.

Der Agile PM Guide 2.0

Software-Entwicklungsprojekte unterliegen häufig zusätzlichen Anforderungen und bieten andere Herausforderungen als normale Investitions-, Organisations- und Entwicklungsprojekte. Im „Agile PM Guide 2.0“ werden die gängigsten Formen des agilen Projektmanagements – Scrum und Kanban – und agile Arbeitsmethoden wie Extreme Programming dargestellt.

Wer sich für eine Zertifizierung zum Cert. Agile Project Manager (IAPM) interessiert, kann mit Hilfe des „Agile PM Guide 2.0“ einen Überblick über sämtliche Zertifizierungsinhalte bekommen.

 

6. Computing Technology Industry Association (CompTIA) Project+

Die 1982 in der Nähe von Chicago (USA) gegründete CompTIA ist der Branchenverband der IT-Industrie, deren Mitglieder in 102 Ländern beheimatet sind.

In Deutschland hat sich der Verband in Düsseldorf niedergelassen. Seine Zertifizierungsangebote sind für IT-Fachleute geeignet, die in Projekten tätig sind. In den Prüfungen werden Kenntnisse über folgende Themen abgefragt:

  • Lebenszyklus eines Projekts
  • Rollen und Fähigkeiten, die für die Initiierung und Realisierung eines Projekts erforderlich sind
  • Kosten- und Zeitmanagement

Der Bewerber benötigt mindestens ein Jahr Erfahrung in der Führung von Projekten. Die Prüfungsgebühr für ein Zertifikat für die Meisterstufe zum Beispiel für den CompTIA Advanced Security Practitioner kostet 461,00 Euro.

7. Zertifikat der Industrie- und Handelskammer

Die Industrie- und Handwerkskammer bietet bundesweit das Zertifikat „Projektleiter IHK“ an. Während der zweiwöchigen Ausbildung werden dem Anwärter unter anderem diese Inhalte vermittelt:

  • Grundlagen des Projektmanagements
  • Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenz
  • Projektplanung, -durchführung und -steuerung
  • Zusammenarbeit in Projekten

Während des gesamten Lehrganges steht die Praxisnähe im Fokus. Ganz im Gegensatz zu PMI, IPMA und PRINCE2 muss kein schriftlicher Test abgeschlossen werden. In der Prüfung präsentiert der angehende Projektmanager ein relevantes Thema aus seiner Berufspraxis. Überzeugt er die Prüfer mit seiner Präsentation, bekommt er das Zertifikat. Für Lehrgangs- und Anmeldegebühr sind ca. 1.600,00 Euro zu kalkulieren. Das Zertifikat hat international keine Bedeutung.

 

Fazit und Empfehlungen

Natürlich kann es nicht DIE Zertifizierung für einen Projektmanager geben. Deshalb gilt: Es kommt darauf an!

Es kommt auf Ihre persönlichen Ziele an. Und es kommt auf Ihre Bereitschaft an, wieviel Aufwand Sie in Ihre Weiterbildung investieren wollen.

Möglicherweise gibt es zwingende Rahmenbedingungen zu beachten. Möglicherweise hat sich Ihr Arbeitgeber bereits auf einen Zertifizierungsanbieter festgelegt. Dann ist Ihr Spielraum nicht besonders groß. Haben Sie jedoch die Möglichkeit, die Wahl nach Ihren Zielen auszurichten, sollten Sie folgende Punkte in Ihre Überlegungen einfließen lassen:

  • PMI ist der weltweit größte internationale Verband, die GPM der größte in Deutschland
  • PRINCE2 stellt in Großbritannien ein Schwergewicht dar. Der PRINCE2-Standard ist international anerkannt, in Deutschland jedoch derzeit noch wenig verbreitet
  • Unternehmen, die Projekte im nordamerikanischen oder asiatischen Raum managen, sollten sich am PMI Standard orientieren.
  • Das gemeinsame Thema Projektmanagement bietet Vergleichsmöglichkeiten, doch wegen der unterschiedlichen Ausrichtung, Terminologie und Struktur unterscheiden sie sich stark voneinander.
  • Alle drei großen Zertifizierung-Systeme (PMI, IPMA/GPM, PRINCE2) nutzen ihren eigenen Standard. Dieser stellt die Basis für ihre Aus- und Weiterbildungsangebote dar.
  • Alle drei PM-Standards verlangen als Zulassungsvoraussetzung zu einer Zertifizierung auf Senior-Manager-Level mindestens drei Jahre Erfahrungen im Projektmanagement.
  • Die Prüfungs-Systeme sind sehr unterschiedlich. Das PMP-Zertifikat vom PMI wird nach bestandender Multiple Choice-Prüfung ausgestellt. Die IPMA Zertifikate (Level D bis A) sind kompetenzbasierte Zertifizierungen. Die Prüfer beurteilen eingereichte Berichte und fragen Wissen und Können per schriftlicher und mündlicher Prüfung ab. Der Aufwand für die Prüfungsvorbereitungen und die Prüfung selbst ist bei der IPMA/GPM sicherlich am höchsten. Für eine PRINCE2-Zertifizierung oder Scrum Master Zertifizierung investiert der Zertifikatsanwärter den geringsten Aufwand.
  • Zertifizierungen oberhalb des Senior-Manager-Levels zu vergleichen, ist unmöglich. PRINCE2 bietet keine Zertifizierung an. PMI und IPMA driften hinsichtlich Prüfungsinhalte und Methodik oberhalb des PMP oder IPMA Level D stark voneinander ab.
  • PMI fokussiert auf Prozesse und Methoden, IPMA ist die Kompetenz des Projektleiters wichtiger.
  • Für alle Zertifikate ist es empfehlenswert, Präsenz-Seminare zur Vorbereitung von einem erfahrenen Trainingsanbieter zu besuchen. Die Erfahrung zeigt: Intensives Selbststudium ist wenig zielführend.

___________________________

  • IPMA® and IPMA ICB® are registered trademarks of IPMA.
  • PMI® (Project Management Institute), PMBOK® (Project Management Body of Knowledge), PMP® (Project Management Professional), PMI-ACP® (PMI Agile Certified Practitioner) are registered marks of the Project Management Institute, Inc.
  • PRINCE2® is a registered trademark of AXELOS Limited, used under permission of AXELOS Limited. All Rights reserved.
  • Certified Scrum Master® (CSM) and Certified Scrum Product Owner® (CSPO) are registered trademarks of Scrum Alliance®. 


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