Vom Kollegen zur Führungskraft – sorgen Sie für Akzeptanz in Ihrer neuen Rolle

Führungskraft

Führungskraft wird man nicht über Nacht.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Beförderung zur Führungskraft! Ab jetzt haben Sie größere Gestaltungsfreiheit. Doch es ist wie mit dem Auto-Fahren: Bevor Sie frei sind, sich auf Ihre Umgebung und Ihr Ziel zu konzentrieren, müssen Sie sich mit Ihrem Fahrzeug vertraut machen.

Ihre Rolle als Führungskraft bringt auf verschiedenen Ebenen neue Aufgaben mit sich, die es zu lernen und an die es sich zu gewöhnen gilt.

Jahrelang war es einfach so: Sie haben mit Ihren Kollegen gearbeitet und vielleicht Freundschaften geschlossen. Sie haben in der Kaffeeküche gestanden und sich über Ihre Software geärgert. Gemeinsam haben Sie schwierige Phasen überstanden und manchmal über den Chef gelästert. Den größten Fehler, den Sie machen können, ist zu hoffen, dass alles so bleibt wie es ist.

Die neue Rolle als Führungskraft selbst akzeptieren

Ihre neue Rolle als Vorgesetzter bringt eine neue Sicht auf Ihr Team mit sich: Sie sind nun für die Ergebnisse verantwortlich. Es wird vorkommen, dass Sie einen Ihrer ehemaligen Kollegen zur Rede stellen und Kritik üben müssen.

Sie stehen jetzt auf der anderen Seite des Schreibtischs – mit allen Konsequenzen: Ihre ehemaligen Kollegen werden nicht mehr jede Information mit Ihnen teilen. Sie werden über Sie lästern und sich über Sie ärgern. Wenn Sie Vorgesetzter sind, bleibt das einfach nicht aus. Sie brauchen jetzt eine neue Bezugsgruppe für den täglichen Austausch.

Die ersten Tage

Für einen guten Start und die Akzeptanz ist es außerordentlich hilfreich, wenn Sie von Ihrem übergeordneten Chef bei den Mitarbeitern als Führungskraft eingeführt werden. Nehmen Sie für alle sichtbar Ihre neue Rolle ein und halten eine Antrittsrede. Am besten bestätigen Sie die bestehenden Regeln der Zusammenarbeit und stellen Ihre Ziele als Führungskraft vor.

In den darauf folgenden Tagen können Sie sich mit Ihren Mitarbeitern einzeln treffen und über Erwartungen, Zusammenarbeit und die veränderten Rollen sprechen.

Sich zur Führungskraft entwickeln

Damit haben Sie einen wichtigen ersten Schritt getan. Führungskraft wird man jedoch nicht über Nacht. Auf Dauer kommt es darauf an, dass Ihre Mitarbeiter Sie respektieren. Respekt bekommen Sie, indem Sie tun, was Sie sagen, und sagen, was Sie tun. Als Führungskraft sind Sie Vorbild. Ihre Mitarbeiter schauen auf Sie und registrieren Ihr Verhalten. Daran muss man sich gewöhnen.

Der Rollenwechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten hat es in sich: Ihre Kollegen hoffen, dass Sie endlich alles in Angriff nehmen, worüber Sie sich früher gemeinsam geärgert haben – bei gleichbleibend gutem Verhältnis.

Ihre Vorgesetzten haben aber nun andere Erwartungen an Sie.

Auf die neue Rolle vorbereiten

Wir empfehlen Ihnen, sich auf Ihre neue Rolle gut vorzubereiten, etwa in einem Präsenz-Seminar oder einem Video-Training.

Während Ihrer Arbeit als Führungskraft werden Sie trotzdem feststellen, dass sich die Wirklichkeit nicht an das Lehrbuch hält. Deshalb empfiehlt sich außerdem die Zusammenarbeit mit einem Mentor oder Coach.

Über den Autor

Werner Plewa

Projektmanager, Experte für berufliche Weiterbildung und Personalentwicklung. Kontaktanfrage gerne auch bei XING: