20 Jahre Kayenta

In den Anfängen eines Projekts können Sie relativ gut Einfluss auf die Stimmung nehmen.

Projektmanagement: Damit aus Widerstand kein Flächenbrand wird

Was wäre, wenn Sie Ihren schönen Firmenwagen gegen ein Elektro-Auto tauschen sollten? Ihre Firma hat das so beschlossen, denn sie will sich als umweltbewusstes, verantwortungsvolles Unternehmen präsentieren. Wie würden Sie das finden – blöd? Eine Zumutung? Unerhört, denn der Wagen ist Ihnen per Arbeitsvertrag zugesichert?

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Genau so ist das mit Projekten. Häufig kollidieren sie mit bisherigen Freiheiten, Rechten und Gewohnheiten. Mindestens aber bedeuten sie für die Betroffenen eine Umstellung. Selbst wenn die Idee richtig und gut ist, ist Ihnen als Projektleiter der Widerstand sicher.

Deshalb bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als um Zustimmung zu werben – und zwar am besten, bevor der Widerstand voll entflammt ist. Je aufgebrachter die Stimmung, je verhärteter die Fronten, umso schwieriger wird es für Sie.

Den Anfang finden

Manchmal ist es wirklich zum Haare raufen: Am Anfang wird alles gesagt und die Fakten auf den Tisch gelegt. Aber niemand nimmt Notiz. Erst wenn das Projekt startet, wird Protest laut.

Dafür gibt es einen guten Grund: Für Laien ist es oft schwierig, sich aus den Worten der Fachleute ein Bild davon zu machen, was auf sie zukommt. Am Anfang wissen sie wenig. Ihre Sorgen und Ängste sind eher diffus. Mit dem Start des Projekts werden die Konsequenzen jedoch spürbar.

In den Anfängen eines Projekts können Sie relativ gut Einfluss auf die Stimmung nehmen. Sprechen Sie am besten direkt mit den Meinungsmachern und nehmen Sie die Sorgen, Ängste und Nöte der Betroffenen ernst.

Je komplexer ein Projekt, umso wahrscheinlicher ist der Widerstand. Wenn Sie Ihre Informationen nur unter Druck oder mit Verzögerung herausgeben, steigt das Misstrauen. Suchen Sie eine möglichst einfache Darstellung für Ihr Projekt und meiden Sie Anglizismen oder PR-Sprech. Wenn Sie nicht verstanden werden, nähren Sie bei den Betroffenen die Furcht, verschaukelt zu werden.

Ein positives Bild entwerfen

Gerade in technischen Projekten argumentieren die Verantwortlichen meist sachlich-rational. Zwar nennen sie Zahlen, Daten und Fakten, aber in den Köpfen der Betroffenen entsteht kein Bild – schon gar nicht ein positives.

Es kommt darauf an, die Herzen der Betroffenen zu erreichen. Denken Sie noch einmal an das Eingangsbeispiel mit dem Elektro-Auto: Der Hinweis der Projektleitung auf die reduzierte CO2-Emission würde Sie kaum über den Verlust eines schönen, schnellen Autos hinweg trösten. Die Frage wäre doch vielmehr: Was hätten Sie davon? Weshalb wäre das Projekt für Sie so wertvoll und wünschenswert? Was ist das Tolle daran?

Menschen sind so: Herz und Verstand wollen gemeinsam gewonnen werden. Nur so erhalten Projekte die Unterstützung der Betroffenen.