20 Jahre Kayenta

Mit einer Geschichte bekommt ein Verhalten oder ein Sachverhalt einen emotionalen Kontext.

Storytelling: Mit einer guten Geschichte Vorbehalte abbauen

Als Führungskraft kennen Sie das: Sie gehen in eine Verhandlung oder ein Gespräch und wissen genau, dass Ihre Gesprächspartner voreingenommen sind. Natürlich können Sie die erwarteten Vorurteile direkt ansprechen. Dann aber kann es passieren, dass Ihre Gesprächspartner dem Gespräch ausweichen.

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Eleganter ist es, eine Geschichte zu erzählen. Stellen Sie sich vor, Sie übernehmen eine neue Abteilung und Ihnen läuft der Ruf voraus, ein harter Hund zu sein. Die erste Begegnung mit Ihrem Team steht an: Ihre künftigen Mitarbeiter haben sich innerlich gewappnet und stehen mit verschränkten Armen vor Ihnen. Wie wollen Sie ihr Vertrauen gewinnen?

Zuhörer emotional öffnen

Wenn Sie jetzt erzählen, dass Sie ein ehrenhafter Mensch sind, wirkt Ihr Statement eher unglaubwürdig. Wie aber sieht es aus, wenn Sie aus Ihrer Berufserfahrung berichten? Aus der Zeit als Sie noch Mitarbeiter waren und einer Führungskraft bei Schlampereien zugesehen haben. Wie es war, als die Umsätze zu sinken begannen, und ein Kollege nach dem anderen gekündigt wurde, darunter Familienernährer und Leute, die gerade gebaut hatten. Wie schlimm es war, qualifizierte und engagierte Kollegen in eine unsichere Zukunft gehen zu sehen. Wie Sie sich geschworen hatten, dass Ihnen andere Fehler unterlaufen werden, nicht aber Schlamperei.

Mit einer solchen Geschichte bekommt ein Verhalten oder ein Sachverhalt einen emotionalen Kontext. Im Beispielfall ist das vordergründig harte Führungsverhalten von Verantwortungsbewusstsein getrieben. Die Zuhörer erkennen, dass die Führungskraft einen Konflikt zu bewältigen hat: Will sie gemocht werden oder versucht sie, ihren Mitarbeitern eine stabile Existenz zu sichern?

Einladung zu einem Sichtwechsel

Geschichten wie diese eignen sich dazu, Vorurteilen und Einwänden zuvor zu kommen. Sie laden die Zuhörer dazu ein, einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Rational kritisieren kann man solche Geschichten kaum, denn sie geben eine persönliche Erfahrung wider.

Geschichten sind eine ursprüngliche und menschenfreundliche Art der Kommunikation. Schon in den frühen Zivilisationen haben Menschen zusammen gesessen und erzählt – die Reisen des Odysseus legen Zeugnis davon ab. Über Jahrhunderte waren Märchen und Gleichnisse das Transportmittel für Erfahrungswissen und Werte. Erst zusammen mit dem modernen Verständnis von wissenschaftlicher Arbeit entstand die Dominanz der logisch-rationalen Argumentation.

Heute wissen wir, dass die logische Argumentation nur einen Teil des Gehirns anspricht. Der kreative Teil langweilt sich. Deshalb schweifen Zuhörer bei trockenen, faktenorientierten Gesprächen ab. Auf die Art erlebt das Storytelling eine neue Blüte. Geschichten sprechen das ganze Gehirn an, denn sie wecken Emotionen, zeichnen Bilder und liefern die Voraussetzung für eine Verhaltensänderung.