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Mitarbeiterführung: Keine rational lösbare Aufgabe

Fachkräfte werden zu Führungskräften befördert, weil sie ihre Sache gut gemacht haben – das ist der typische Karriereweg. Sehr oft versuchen die frischgebackenen Vorgesetzten, ihre neue Aufgabe mit den Mitteln zu bewältigen, die sich in der Vergangenheit für sie bewährt haben. Doch sie stellen fest: Das funktioniert nicht.

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Aber weshalb? Das rationale Denken hat bei uns ein hohes Ansehen: Gerade Ingenieure, ITler oder BWLer werden dazu erzogen, kühl, überlegt und emotionslos an ein Problem heranzugehen. Im Umgang mit Menschen versagt der Weg aber, denn die Menschen sind nicht rational.

Nein, Menschen sind nicht rational

Unser Selbstbild ist ein anderes. Die Erkenntnis, dass auch der kühlste Denker von seinen Emotionen geleitet ist, mag so mancher gar nicht annehmen. Es verhält sich aber so: Alles, was der Mensch sieht, fühlt, hört oder schmeckt wird zum Signal verwandelt und passiert die Amygdala, also das Erinnerungszentrum des Gehirns.

Alle Signale werden dort auf ihren emotionalen Gehalt geprüft, besonders auf ihr Gefahrenpotential. Am Ergebnis dieser Bewertung richtet sich die Reaktion des Menschen aus.

Für ihr Verhalten gibt es trotzdem Erklärungen

So kommt es, dass im Laufe des Tages unsere Stimmung unzählige Male wechselt. Wir fühlen uns abwechselnd euphorisch, müde, verärgert oder ängstlich, je nachdem, welchen Eindrücken wir gerade ausgesetzt sind.

Für Führungskräfte besteht dennoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Menschen sind zwar nicht rational, aber es gibt doch berechtigte Erwartungen hinsichtlich ihres Verhaltens und ihrer Wahrnehmung.

Von der Psychologie bis zur Pädagogik beschäftigen sich verschiedene Fachdisziplinen mit der Wahrnehmung und den Bedürfnissen von Menschen. Es gibt Erfahrungen, Modelle, Erklärungsmuster und Techniken, so dass die Führung von Mitarbeitern zu einem erlernbaren Fach wird.

Mit dem Nicht-Rationalen des Menschen kann man einen pragmatischen und vernünftigen Umgang finden.

Beispiel: Ihr Mitarbeiter will das Projekt nicht

Möchten Sie ein Beispiel? Sie sagen zu Ihrem Mitarbeiter: “Der Job ist etwas für Sie”, aber Ihr Mitarbeiter reagiert verstimmt. Zunächst können Sie sich das gar nicht erklären. Sie wollten gar nichts Schlechtes für ihn.

Sie finden, Sie haben ein schönes Projekt für ihn ausgewählt, und er kann seine Fähigkeiten optimal einsetzen. Was ist passiert? Einen Erklärungsansatz liefert die Maslow-Pyramide: Sie bringt die Bedürfnisse des Menschen in eine Reihenfolge.

  1. Auf der untersten Stufe stehen die körperlichen Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen oder Sex.
  2. Auf der zweiten Stufe folgt die Sicherheit, greifbar durch eine Wohnung oder einen Job.
  3. Danach folgen soziale Beziehungen.
  4. Auf der vierten Stufe steht die Anerkennung. Stichworte hier sind Status, Macht oder Geld.
  5. Die Spitze der Pyramide bildet die Selbstverwirklichung.

Ihr Mitarbeiter sieht gesund und wohl ernährt aus. Sie wissen, dass er ein Haus gekauft hat und in einer festen Partnerschaft lebt. In Ihrem Unternehmen ist er gut vernetzt und wird regelmäßig um Rat gefragt.

Auf den Stufen 1-4 scheint alles in Ordnung. Es bleibt die Selbstverwirklichung und tatsächlich wird Ihr Mitarbeiter auf dem neuen Projekt ein Team koordinieren müssen. Darauf hat er überhaupt keine Lust, weil er viel lieber Produkte entwickelt oder Software schreibt.

Mit dem Maslow-Modell im Hinterkopf sind Sie als Führungskraft auf die verschiedenen Bedürfnisse eines Menschen vorbereitet und kommen leichter dahin, die richtigen Fragen zu stellen.

Die Kenntnis von Verhaltens-, Bedürfnis- und Kommunikationsmodellen öffnet den Blick für die Tatsache, dass vernünftig sein kann, was auf den ersten Blick unsinnig erscheint.

Über den Autor

Werner Plewa
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Experte für berufliche Weiterbildung, Training und Personalentwicklung.

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