20 Jahre Kayenta

Ob jemand arrogant, angenehm selbstbewusst, schüchtern oder gehemmt wirkt, kann jedermann leicht erkennen.

Führungskräfte: Wie Sie Ihre Wirkung bestimmen können

Nicht immer fällt es Teilnehmern leicht, Anregungen anzunehmen. Einer Teilnehmerin fiel es schwer, Grenzen zu ziehen, oder richtiger: In ihrem eigenen Empfinden sagte sie deutlich “Nein” – nur hörte es niemand. Die anderen saßen eben auf den Ohren – das war ihre Erklärung.

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Breitbeinig sitzt der Teilnehmer in meiner Trainingsveranstaltung. Er ist hochgewachsen, um die 50 Jahre und gewohnt zu führen. In seiner Firma arbeiten ausschließlich Männer. Mit der Zeit hat er sich ein autoritär-distanziertes Verhalten angewöhnt. Seine gerade Haltung und seine ausufernden Bewegungen lassen keinen Zweifel: Er ist der Chef im Ring.

Eines gibt ihm jedoch zu denken: Wiederholt bekommt er die Rückmeldung, er wirke arrogant. Ob er wisse, wie er dazu beitrage, frage ich ihn. “Nein”, antwortet er. “Das weiß ich nicht”. Merkwürdig, alle anderen im Raum können es mit Händen greifen. Doch wie wir uns sehen und was bei anderen ankommt, ist noch lange nicht dasselbe.

Wirkung entsteht aus dem Zusammenspiel von Körpersprache und Stimme

Ob jemand arrogant, angenehm selbstbewusst, schüchtern oder gehemmt wirkt, kann jedermann leicht erkennen. Aber woran liegt es? Das Zusammenspiel aus Körperhaltung, Stimme und Ausdruck zu analysieren, ist Aufgabe des Trainings. Mit der Analyse bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Wirkung zu steuern. Im Verlauf des Trainings habe ich dem Teilnehmer wieder und wieder sein Verhalten gespiegelt – mit einem Augenzwinkern, ein bisschen übertrieben. Auch von den anderen Seminarteilnehmern bekam er ein Feedback. Er hat daraufhin überlegt, in welcher Situation sein Führungsanspruch richtig und angemessen ist. In allen anderen Fällen hat er seine Körperhaltung angepasst.

Zu Beginn fühlt sich die bewusste Einflussnahme auf Stimme und Körperhaltung ungewohnt an. Mit der Zeit wird sie wieder natürlich. Es ist ähnlich wie mit dem Autofahren: Am Anfang ist das Kuppeln, Schalten und Lenken schwierig. Mit der Zeit werden die Abläufe automatisch. Wir denken nicht mehr darüber nach.

Die Wandlung des Teilnehmers innerhalb der drei Trainingstage war offensichtlich. Er war erleichtert: “So ein Feedback bekommt man sonst nirgends”, sagte er am Ende. Nach dem Training wusste er, was zu tun war, und wie er Einfluss auf seine Wirkung nehmen konnte.

Erkenntnis kann schmerzhaft sein – erleichtert aber den Alltag auf lange Sicht

Nicht immer fällt es Teilnehmern leicht, Anregungen anzunehmen. Einer Teilnehmerin fiel es schwer, Grenzen zu ziehen, oder richtiger: In ihrem eigenen Empfinden sagte sie deutlich “Nein” – nur hörte es niemand. Die anderen saßen eben auf den Ohren – das war ihre Erklärung. In einem Training habe ich sie aufgefordert, sich an eine Situation zu erinnern und ihre Worte zu wiederholen. Das Feedback der Gruppe fiel eindeutig aus: Ihr “Nein” kam nicht an. Mit ihren Worten konnte man es zwar hören, aber ihre Satzmelodie und ihre Stimme sagten das genaue Gegenteil. Ausdruck und Stimme überlagerten das gesprochene Wort. Die Teilnehmerin war davon zunächst unangenehm berührt, musste sie doch ihren eigenen Anteil am unerwünschten Verhalten ihrer Umwelt erkennen. Später war sie froh, einen Ansatzpunkt gefunden zu haben: Wie sie sich deutlich abgrenzen kann, hat sie nun gelernt, und das erleichtert ihr auf lange Sicht den Alltag.

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Silke Nuthmann arbeitet als Trainerin und Coach mit den Schwerpunkten soziale Kompetenz, (nonverbale) Kommunikation, Kundenservice und Zeitmanagement. Dabei liegt ihr besonders am Herzen, Menschen beim Klären ihrer beruflichen oder persönlichen Ziele zu unterstützen, damit diese greifbar und erreichbar werden.