Der Anteil der “Psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen” ist von 2008 auf 2009 um 0,8 Punkte auf 17,6 Prozent gestiegen.

Führung: Wie Sie Kosten senken ohne den Druck auf Ihre Mitarbeiter zu erhöhen

Ende Juli wird es in den Büros merklich ruhiger. Es ist Urlaubszeit. Und wer selbst nicht in Ferien ist, denkt vielleicht daran, wie schön ein paar freie Tage wären: Einfach mal einen Gang herunter schalten, sich entspannen, die Batterien wieder aufladen, zu sich kommen.

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“Ich bin urlaubsreif”, höre ich von verschiedenen Seiten. Der Gesundheitsreport der Barmer Ersatzkasse 2010 zeigt, dass mehr dahinter steckt als ein punktuelles, persönliches Empfinden.

Der Anteil der “Psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen” ist von 2008 auf 2009 um 0,8 Punkte auf 17,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nahm die Dauer der Erkrankungen um etwas mehr als einen Tag zu und liegt jetzt bei 40,5 Tagen.

Zu den “Psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen” zählen unter anderem Depressionen oder Verhaltensstörungen, ausgelöst durch Stress, Burnout und psychische Belastungen. Sie gelten als Folge des zunehmenden Termindrucks, dem steigenden Arbeitstempo sowie der Intensität und Komplexität heutiger Arbeitsprozesse.


Psychische Erkrankungen werden zunehmend zum Kostenfaktor

Der sogenannte “Präventionsindex” misst die ökonomische Bedeutung einer Erkrankungsart. Er ist das Produkt aus Fallhäufigkeit und Erkrankungsdauer. Die “Psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen” liegen mit 238,9 Punkten an zweiter Stelle direkt hinter den Krankheiten des Muskel Skelett Systems.

Für Unternehmen bedeutet das: Wenn ein Mitarbeiter psychisch erkrankt, wird es so richtig teuer. Prävention zahlt sich deshalb besonders aus – nicht zuletzt, weil körperliche Erkrankungen, wie Rückenleiden, zunehmend mit psychischen Belastungen in Verbindung gebracht werden. Und: Psychische Erkrankungen sind oft die Spitze des Eisberges. Sie gelten als Indikator für generell schwierige Arbeitsbedingungen.


Individuelle Programme anstatt pauschaler Rezepte

Gegenzusteuern ist also wirklich angeraten. Sinnvoller jedoch als ein pauschales “wir müssen und mehr bewegen und gesünder ernähren” ist ein individuelles Konzept für jeden Mitarbeiter. Es wirkt sehr viel motivierender. Der Einstieg kann zum Beispiel sein, das biologische Alter jedes Mitarbeiters festzustellen und ein persönliches Programm zu entwickeln. Nicht nur körperlich, auch hinsichtlich der Stressbewältigung “ticken” Mitarbeiter unterschiedlich. Was dem einen hilft, passt zum anderen gar nicht.

Der Harvard Business Manager hat dem Gesundheitsmanagement einen ausführlichen Artikel (Heft 4/2011) gewidmet und verschiedenen Studien angeführt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Ein betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich auch wirtschaftlich, denn

  • gesunde Mitarbeiter bleiben treu. Die Fluktuationsrate sinkt.
  • Sie verursachen geringere Krankheitskosten.
  • Die Produktivität steigt
  • und die Arbeitseinstellung wird positiver.


 Quellen:

    Barmer GEK Gesundheitsreport 2010 Teil 1

    Leonard L. Berry, Ann M. Mirabito und William B. Baum: Gesundheitsmanagement:
    Mein Mitarbeiter, mein Patient. in: Harvard Business Manager, Heft 4/2011