1998
2019
2
1
Jahre

Referent am 16. Juni 2020 in Hamburg

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Prof. Dr. Rainer Erne

Rainer Erne ist Professor für Produkt-, Prozess- und Projektmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen (Stuttgarter Raum).

Davor arbeitete er als Projektmanager für externe Kundenprojekte aus der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche bei IBM Global Services, als Senior Consultant für die Optimierung von Entwicklungsprozessen im Automotive-Bereich bei Vector Consulting, als Projektleiter für Produkt- und Prozess-Engineering für kleine und mittelständige Unternehmen am Institut für Prozess- und Produkt-Engineering der FH Vorarlberg (Österreich) sowie als Projektleiter in der Steuergeräteentwicklung bei der Bosch-Gruppe.

Nebenberuflich unterstützt er auch weiterhin auf freiberuflicher Basis wissensintensive Unternehmen bei der Entdeckung, Entwicklung und Markteinführung von Produkten und Geschäftsmodellen.

Vortrag

So werden Ihre Projekte schlank! Lean Project Management: Wie Sie Prinzipien des Lean Management auf das Management Ihrer Projekte übertragen können – jenseits von klassisch oder agil

  • Was sind die Kernpunkte des „Lean“-Gedankens?
  • Wie kann der „Lean“-Gedanke auf das Projektmanagement übertragen werden
  • - Probleme im Projektmanagement
    - Aufgaben des Lean Project Management
    - Werkzeuge des Lean Project Management
  • Ist agiles Projektmanagement immer „Lean“?

Projektmanagement hat sich in den vergangenen sechzig Jahren zu einer Profession entwickelt, die sich durch drei große Berufsverbände (PMI, IPMA, PRINCE2), zahlreiche Normen und Standards und vielfältige Zertifizierungen auszeichnet.

Diese Professionalisierung bringt neben unbestreitbaren Vorteilen auch negative Effekte mit sich: Ein Spezialistentum innerhalb von Organisationen, das komplizierte Praktiken und „Projekt-Bürokratismus“ befeuert, wodurch der eigentliche Zweck von Projekten oftmals aus dem Blick gerät.

Dieser Entwicklung setzen seit knapp 20 Jahren „agile Vorgehensweisen“ Denk- und Vorgehensweisen entgegen, die negative Effekte des „klassischen Projektmanagements“ eindämmen sollen.

Damit haben Projektmanager neben einer ohnehin unübersehbaren Anzahl an Ansätzen und Standards jetzt zudem die Option, „klassisch“ oder „agil“ Projekte zu steuern – mit einer mittlerweile vergleichbaren Zahl an Standards und Zertifizierungen, die die Orientierung im Feld nicht erleichetert.

Anstatt dieser Entwicklung eine weitere Vorgehensweise hinzuzufügen, schlägt Prof. Erne vor, auf Grundsätze zurückzugehen, die in den 80er Jahren im Produktionsumfeld entstanden sind und diese auf das Projektmanagement zu übertragen: Das „Toyota Production System“ bzw. „Lean Management“.

Dieser Ansatz hilft, Projektmanagement wieder auf seine eigentlichen Zwecke zu fokussieren:

  • Optimales Nutzen-/Aufwand-Verhältnis aus Kundensicht
  • minimale Arbeitspakete und Arbeitsprozesse
  • eindeutige Verantwortlichkeiten auf der niedrigst möglichen Organisationsebene
  • kontinuierlicher Fluss von Ergebnissen
  • sofortige Fehleridentifikation und nachhaltige Fehlerbeseitigung.

Zur Realisierung dieser Grundsätze werden Methoden und Werkzeuge skizziert, die aktuelle Probleme des Projektmanagements adressieren und sowohl in klassischen als auch in agilen Vorgehensweisen umsetzbar sind.